2# Weitere Tools zur Selbstreflexion

Im ersten Beitrag zur Selbstreflexion hast du das Lebensrad kennengelernt – jetzt tauchen wir tiefer ein
in Tool 2: Journaling und Tool 3: Glaubenssätze aufspüren.
Von Autopilot zu bewusster Entscheidung. Sie sind einfach, brauchen 5–10 Min täglich und bringen Klarheit über deine wahren Wünsche. Lass uns die Tools Schritt für Schritt durchgehen.

Journaling ist wie Therapie auf Papier. Du schreibst frei, ohne Zensur – Frust, Freuden und Blockaden dürfen hoch kommen. Warum das wirkt? Es entlastet den Kopf und zeigt Muster in dir (z. B. „Warum übernehme ich immer alles?“). Regelmäßiges Journaling soll Stress um 20% reduzieren und das Selbstbewusstsein steigern.

Nimm Notizbuch oder eine App (Notes,..) und setz dich jeden Abend 5 Minuten oder morgens in Ruhe hin. Es gibt keine Regeln – schreib, was dir in den Sinn kommt.
Falls es dir schwer fällt, ein Beispiel von meinen bewährten Gedanken:
Tägliche Fragen an dich selbst:Was war heute gut?Was hat mich genervt oder lief nicht so gut? Was ändere ich morgen?“

Oftmals sind es die Kleinigkeiten für die man dankbar sein kann, auf die man im ersten Moment gar nicht kommt weil es so selbstverständlich scheint. Zum Beispiel: Gut war heute, das ich Gesund bin. Oder das ich ausschlafen durfte.

Wöchentliche Fragen an dich selbst: „Was würde ich tun, wenn ich keine Ängste und Sorgen hätte? Welche ‚Das sollte ich machen‚  sind eigentlich nicht meine Themen?“
Tiefere Fragen wären zum Beispiel: „Welche Rollenbilder halte ich fest? Was will ich wirklich?“

Ein Erkenntnis bei mir war, das ich ohne Ängste auf Reisen gehen sollte anstatt Zuhause alles perfekt zu haben. Und das ich an dem typischen Rollenbild festhalte, dass ich vieles im Alltag plane und organisieren wie zum Beispiel was es zum Essen gibt. Und ich mir hier aber wünsche, dass ich mich nicht jeden Tag darum kümmern muss sondern es schön finden würde, wenn mein Gegenüber auch einmal plant was wir kochen könnten.

Tipps für den Erfolg:
Suche dir einen Ort als Ritual für das Journaling:
Mach dir einen Tee/ eine Tasse Kaffee, zünde eine Kerze an – mach’s dir gemütlich und lass es eine feste Gewohnheit werden.
Am Monatsende starte einen Rückblick und lese dir deine Gedanken durch – dadurch werden wir vielleicht auch Muster, welche du im nächsten Monat dann visualisieren kannst, bewusst. Frage dich, was du daran ändern möchtest.

Tool 3: Glaubenssätze aufspüren – innere Blockaden lösen

Glaubenssätze sind unsichtbare Regeln: „Frauen müssen stark sein“, „Nein sagen ist egoistisch“.
Sie steuern Entscheidungen, oft unbewusst aus der Kindheit/ von den Eltern. Das Aufspüren dieser unterbewussten Glaubenssätze befreit – du handelst selbstbestimmt.

Gehe das Aufsprüen dieser Glaubenssätze Schritt-für-Schritt an:
Mach dir eine Liste (10 Minuten am Tag) – an manchen Tagen kann es sein das dir nicht sehr viel einfällt, an anderen umso mehr. Zwing dich nicht, wenn dir nichts in den Sinn kommt. Dann leg den Stift weg und versuche es zu einen späteren Zeitpunkt noch einmal.

Schreib dir 10 Sätze auf, die dir zu deiner Person im Leben einfallen. Beispiele:
„Es muss immer ordentlich Zuhause sein. Die Wäsche darf nicht mal ein paar Tage liegen bleiben.“
„Frauen übernehmen Haushalt“
„Ich muss alles schaffen.“
„Ich muss immer für jeden jederzeit erreichbar und verfügbar sein.“
„Nein sagen und meinen Bedürfnissen nachgehen ist egoistisch.“

Schreib dir deinen unterbewussten Glaubenssätze nieder, frag dich ob das wahr ist und ob dir diese Glaubenssätze wirklich helfen?
Und dann fang an, für dich neue Sätze zu formulieren. Zum Beispiel: „Ein Nein schützt meine Zeit und meine Bedürfnisse.“ oder „Ich mache heute nur meine Wäsche – Partnerschaft bedeutet ein Team zu sein und Verantwortung zu teilen.“

Veranker dir deine neuen Glaubenssätze:
Lese sie täglich und spreche sie laut aus. Sag dir, dass du entscheidest was du willst.
Zieh es täglich durch, denn erst nach 21 Tagen spricht man von etablierten Gewohnheiten.

Du musst auch nicht alles auf einmal schaffen. Beginne Schritt für Schritt:
Woche 1: Erstelle die Liste deiner Glaubenssätze.
Woche 2: Beginne Journaling über deine Glaubenssätze oder unabhängig davon.

Bleib dran und du wirst merken das eine Veränderung in deinem Mindset spürbar ist!