1# Warum Rollenbilder & Gleichberechtigung dein Leben verändern können

Willkommen in meiner neuen Serie zu Rollenbilder & Gleichberechtigung.
Stellen wir uns zuerst einmal die Frage: Warum sollten wir uns damit auseinandersetzen?

Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, das man automatisch in alte Rollenmuster rutscht. In früheren Beziehungen habe ich selbstverständlich meinen Vollzeit-Job gemacht, gekocht und den Haushalt geschmissen – es war normal, weil meine Eltern und die Erwachsenen aus meinem Bekanntenkreis es mir so vorgelebt haben.
Ich hab’s nie hinterfragt, bis mir eines Tages auffiel: Ich arbeite Vollzeit, mache aber alles allein.
Während mein Freund nichts tut und Zeit hat seinen Hobbies nachzugehen, schaffe ich es nicht mal ein Buch zu lesen.

In der damaligen Beziehung probierte ich (leider erfolglos), Gespräche mit ihm zu führen, Haushaltspläne gemeinsam aufzustellen (Wer macht was wann?) um eine gerechte Aufgabenverteilung hinzubekommen. Interessanterweise machte er bei der Erstellung der Pläne und der Aufgabenteilung mit – leider musste ich ihn dann aber ständig daran erinnern, da er es trotzdem alleine nicht tat.
Am Ende war ich dann immer die, die es entweder dann doch alleine machte oder diejenige die ihn genervt hat, weil ich ihn ständig gesagt habe, was er noch nicht erledigt hat.

Folgend erzähle ich dir, welche Punkte ich in der damaligen Beziehung noch erfolgreich umsetzen konnte, von Gesprächen mit Freundinnen, wie ich in meiner aktuellen Beziehung damit umgehe und natürlich, wieso Gleichberechtigung dein Leben verändern kann!

Rollenbilder prägen unser Leben unsichtbar: „Die Frau kocht und räumt auf,  der Mann repariert gelegentlich.“ Und kaum einer hinterfragt wieso so viele Frauen gestresst wirken.

Manchmal bekomme ich Gespräche mit, da stellt es mir die Nackenhaare auf.
Wie sehr unsere Generation noch hinter her ist, was Gleichberechtigung betrifft. Und vielen ist das gar nicht bewusst.

Ich frage mich, wofür unsere Mütter- und Großmütter gekämpft haben. Sie haben sich dafür eingesetzt, dass wir Frauen mehr Rechte haben und dafür dass wir gleichberechtigt leben können. 

Und was macht unsere Generation?
Viele leben rückläufig und machen diese Fortschritte zunichte.
Ob bewusst oder unbewusst. Aus diesem Grund ist es wichtig, da mal genau hinzuschauen!

Ich war vor kurzem auf einer Geburtstagsfeier. Wir saßen in einer größeren Runde zusammen. Eine der Frauen erzählte, dass sie eine Freundin hat die selbständig ist und Frauennetzwerke veranstaltet. Und sie findet das zwar cool, aber sie versteht es nicht ganz, weil O-Ton: „Sie findet jetzt nicht das es uns Frauen so schlecht geht und wir so stark benachteiligt sind.“
Ich wusste gar nicht was ich sagen soll… ja mir geht es nicht schlecht, aber wir sind in vielen Punkten in der Gesellschaft benachteiligt! Daraufhin ergänzte sie noch: „Ja, ich putze, koche, mache die Wäsche und den ganzen Haushalt plus gehe Vollzeit zur Arbeit aber dafür kümmert sich mein Freund ja auch um so Dinge wie z.B. Reifenwechseln, Rasenmähen oder er repariert etwas im Haus. Somit sind die Aufgaben ja fair aufgeteilt.“
Zu meinem Erstaunen, nickten alle zustimmend.
Klingt fair? Ich finde nicht! Schauen wir mal genauer hin:
Sie kocht TÄGLICH, sprich 7 Tage die Woche, in Summe wahrscheinlich mehrere Stunden pro Woche.
Sie putzt WÖCHENTLICH, wahrscheinlich mehrere Stunden die Woche.
Sie wäscht WÖCHENTLICH und sie geht TÄGLICH einem 40 Std. Vollzeit Job nach.
Und ihr Partner?
Er geht auch einen 40 Std. Vollzeit Job nach, und macht sonst NICHTS TÄGLICH. Die Reifen wechselt er 2x im Jahr, den Rasen mäht er maximum 1x pro Woche wenn nicht 1x alle zwei Wochen (in den Sommermonaten). Und Reparaturen im Haus fallen nicht unbedingt jeden Tag oder Monat an.

Klingt das für dich immer noch nach einer fairen gleichberechtigten Aufteilung?
Täglich, stundenweise Arbeit im gemeinsamen Haushalt im Verhältnis zu ab und an?
Das Verhältnis ist total unausgeglichen – und überraschenderweise fällt es vielen nicht auf, weil niemand darüber nachdenkt und es halt schon immer so war.

Wie habe ich das Rollenbild durchbrochen?

Es braucht Mut – ich weiß. Aber wie immer lohnt es sich für dich und dein Leben! Viele Männer und Partner:innen reagieren abwertend. Als ich einer Freundin erzählte, dass meine Partner ihre Wäsche selbst waschen oder wir uns dabei abwechseln, schaute sie mich völlig schockiert an. Sie meinte, sie hätte Angst ihr Freund könnte sie verlassen, wenn sie ihm sagt er soll einmal die Wäsche machen. Wow, das ist hart! Wenn sich von mir ein Mann trennt weil er auch mal seine Wäsche waschen soll, dann zeige ich ihm gerne wo die Tür ist. In welchem Jahrhundert leben wir denn?

Bei meinem Ex hab ich aufgehört, seine Hemden zu bügeln. Ich sagte ihm, nach vielen Jahren in denen ich es gemacht habe, dass ich keine Lust mehr habe jede Woche zu bügeln. Wenn man so etwas nach einer langen Zeit anspricht, versteht der Gegenüber natürlich noch weniger, wieso man die Tätigkeit nun einstellt.
Ich zeigte ich ihm wie es geht. Widerwillig aber willig, übten wir zusammen und dann hat er es tatsächlich jede Woche selbst gemacht. Hart?
Ja, vielleicht aber ich sparte mir jede Woche viel Zeit die ich für meine Interessen nutzen konnte. Und er hat was fürs Leben dazu gelernt!

In meiner jetzigen Beziehung sage ich klar: „Ich bügle nicht – höchstens mal meine eine Hose, die sonst starke Falten hat. Aber allgemein bügle ich kaum mehr Wäsche. Und wenn du gebügelte Shirts willst, mach’s bitte selbst.“ Klingt knallhart? Das nennt sich Grenzen setzen. Unser Haushalt ist gemeinschaftlich – jeder trägt dazu bei.
Genauso wie Geschenke für seine Familie. Früher organisierte ich alles („Hey, deine Mama hat Geburtstag, sollten wir was organisieren?“). Aber mal ehrlich, wenn meine Mama Geburtstag hat, kommt er nicht auf die Idee etwas zu organisieren also wieso sollte ich es dann machen?
Jetzt frage ich höchstens ob er schon etwas hat oder schmeiß Ideen rein – aber er soll’s selbst organisieren.
Ich wasche auch meine Wäsche selbst – warum soll ich von jedem im Haushalt alles waschen? Jeder kann doch mal die Wäsche waschen, am besten man wechselt sich einfach ab.

Das sind moderne Rollen: Grenzen setzen, auch wenn’s weh tut. Keine Angst vor Trennung haben – wenn’s nicht passt, sollte man das besser herausfinden bevor man sich völlig frustriert in einer Rolle findet aus der man nur schwer heraus kommt. Gleichberechtigung befreit von Überlastung, Frust und Burnout. 
Studien bestätigen: Frauen tragen doppelt unsichtbare Last. Wieso also die Konsequenzen ignorieren? 

Ungleichheit schafft Unzufriedenheit und zerstört Beziehungen, Gesundheit & Finanzen. Fairness stärkt alles.
Und den Singles unter euch hilft es: Innere Erwartungen zu lösen & von Anfang an, bereits in der Kennenlernphase seine eigenen Grenzen zu setzen und genau hinzusehen.
 

Warum das dein Leben verändern kann:

Ganz einfach: Weil du deine Zeit zurückgewinnst!
Statt Überlastung hast du Energie für Karriere, Hobbys & dich selbst.
Beziehungen werden harmonischer, Stress sinkt und dein Selbstwert steigt. Du lebst selbstbestimmt – nicht nach Vorgaben und Rollenklischees.
Mutig Grenzen setzen lohnt sich: Faire Aufteilungen schafft Freiheit die anhält.

Unsere Gesellschaft verändert sich – du verdienst Balance in deinem Leben. Die Blog Serie „Rollenbilder & Gleichberechtigung“ zeigt dir, wie du Gespräche angehen kannst, Grenzen setzt und mehr Freiheiten für dich gewinnst.

Im nächsten Beitrag sprechen wir darüber, wie man die ersten Gespräche & Schritte angeht. Überlege dir heute 5 Minuten, welche Rollen dich belasten und was du daran gerne ändern würdest.